Social Engineering ist schon so alt, wie die Menschheit selbst – funktioniert aber noch immer hervorragend. Die Technik basiert darauf, Vertrauen aufzubauen und die Opfer Dinge tun zu lassen, die sie eigentlich nicht tun sollten, etwa Passwörter oder andere Informationen zu verraten. Immer öfter greifen die Angreifer dazu verstärkt auf sogenannte Deepfakes zu, also durch Computer berechnete Videos und Tonaufnahmen mit gefälschten Inhalten. Damit müssten sie nicht mehr allein auf fingierte E-Mail verlassen, sondern könnten etwa ein Telefonat arrangieren, bei dem sich der Anrufende genauso wie der Chef anhört.

Deepfakes immer realistischer

Die dazu erforderliche Technik, die sich auf komplexe Algorithmen des maschinellen Lernens stützt, hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Entsprechend tauchen immer mehr Deepfakes auf. Einige wurden für Online-Betrug, andere als „gefälschte Nachrichten” eingesetzt. Vor allem Politiker zählen zu den Opfern, jüngst Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die mutmaßlich mit einem falschen Vitali Klitschko ein Videotelefonat führte. Ein anderer Fall: Von Joao Doria, Gouverneur des brasilianischen Sao Paulo, tauchte unlängst ein Video auf, das ihn bei einer angeblichen Sexorgie zeigte. Erst später kam heraus, dass es sich um eine Nachbildung handelte.


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Denunzieren ist eine Gefahr, gezielte Desinformation die andere. Fake-News sind bereits heute vor Wahlen an der Tagesordnung, gefälschte Nachrichtenvideos sind ebenfalls denkbar. Möglich ist es zum Beispiel, Politikern Worte in den Mund zu legen, die sie nie gesagt haben. So kursierte in sozialen Medien kürzlich ein manipuliertes Video, in dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyy seine Soldaten aufzufordern scheint, ihre Waffen niederzulegen und den Kampf gegen Russland einzustellen.

Wie sich Deepfake-Videos erkennen lassen

Zwar sind viele gefälschte Clips bisher noch einfach mit einem prüfenden Blick auszumachen. Bei einigen gilt es aber ganz genau hinzuschauen, um sie als Fälschung zu erkennen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzwerken sehen diese Videos inzwischen deutlich realistischer aus. Typische Anzeichen, dass es sich um ein Deepfake-Video handeln könnte, sind unrealistisches Blinzeln sowie merkwürdige Schatten. Weitere Indizien für eine Fälschung sind Flackern an den Rändern der umgewandelten Gesichter, Haare, Augen und anderen Stellen im Gesicht.

Deepfakes: Als App ein Riesenspaß

Im privaten Bereich sorgen Deepfakes dagegen in erster Linie für Lacher. Zuletzt sorgte vor allem die chinesische Deepfake-App Zao für Wirbel, nicht zuletzt wegen offensichtlicher Datenschutz-Verstöße. Mit reface ist nun eine Alternative aus den USA erschienen, die sich vor allem durch die einfache Bedienung auszeichnet. Selfie aufnehmen, bekannte Filmszene oder Foto auswählen und schon wird das das eigene Gesicht eingebaut. In eine ähnliche Richtung gehen Apps wie FacePlay, Celebrity Face Morph sowie Anyface.

Deepfake reface
Im privaten Bereich sind Face-Swap-Apps wie reface in erster Linie ein großer Spaß. © IMTEST

Fazit

Deepfakes sind faszinierend und gefährlich zugleich. Es wird wohl nicht mehr lange dauern bis allein Experten in der Lage sind, Fälschung von Original zu unterscheiden.